27.11.07 12:27
Erste Gamedesign-Professorin Europas

Mediadesign Hochschule beruft Linda Breitlauch zur Gamedesign-Professorin / „Frauen wollen strategischer und effizienter spielen“
Düsseldorf, Berlin, München, den 27. November 2007. „Wer Frauen als Computerspielerinnen gewinnen will, sollte die Ausbildung von Frauen zu Gamedesignern fördern.“ In der immer noch von Männern dominierten Games-Branche mag diese Aussage provokant klingen. Für Linda Breitlauch ist es nichts weiter als die konsequente Strategie zur Erweiterung des Spielemarktes. Am Mittwoch wird sie zur Professorin für Gamedesign an der Mediadesign Hochschule in Düsseldorf berufen. Damit übernimmt erstmals in Europa eine Frau eine Professur für Gamedesign.
Linda Breitlauch ist schon seit den Tagen der frühen Konsolenspiele begeisterte Gamerin. Wissenschaftlich hat sie sich mit dem Thema erstmals im Rahmen ihres Studiums Drehbuch und Dramaturgie an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam beschäftigt: Sie erforschte die Dramaturgie von Computerspielen. An der Fachhochschule für Informatik in Brandenburg vertiefte sie unter anderem ihre Studien zum „Interactive Storytelling“ und lernte dabei die „weibliche“ Sichtweise auf Computerspiele kennen: „Frauen sind dramaturgisch gut inszenierte Spiele wichtiger“, so die Diplom-Dramaturgin. Wer noch unerschlossene Zielgruppen wie die Frauen gewinnen wolle, müsse also besonders in die Qualität der Spiele investieren.
Neben vielen Gemeinsamkeiten zu den Männern gibt es weitere Unterschiede: „Frauen finden eine gute Geschichte mit lebensnahen Konflikten wichtig, sie suchen geistreiche Herausforderungen, vielseitige Strategien und abwechslungsreiche Spielinhalte“, so Linda Breitlauch. Zudem wollen sie strategischer und effizienter spielen. Daher sind bei Frauen bestimmte Spielkonzepte wie Adventures, Strategie- und Rollenspiele besonders beliebt. Und: „Frauen erwarten Spielgeschichten mit emotionalen Wirkungen und eine stärkere aktive Rolle von weiblichen Figuren.“
„Die meisten Spiele sind bislang aber eher für ein männliches Publikum entwickelt worden“, so Linda Breitlauch. Die Folge: Bisher ist nur etwa jeder vierte Computerspieler weiblich – Tendenz steigend. Damit künftig auch an den Spielekonsolen die Parität der Geschlechter herrscht, müsse deshalb der Anteil der Gamedesign-Studentinnen von zurzeit zehn Prozent deutlich ansteigen. „Denn Frauen wissen, was Frauen spielen wollen.“ Und diese Chance sollte sich die Branche nicht entgehen lassen.
 Prof. Linda Breitlauch
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