Exkursion in die Welt des Rundfunks
28.03.2012
Kira Sara Fee Schlender
NRW, Radio
Mediadesign Hochschule zu Gast bei radio NRW
Angehende Medien- und Kommunikationsmanager der MEDIADESIGN Hochschule in Düsseldorf besuchen radio NRW in Oberhausen

 

Einen besonderen Abschluss findet das Modul „Journalistik/Publizistik“ des Studienganges Medien- und Kommunikationsmanagement der MKM1011 am 22.02.2012  mit einer Exkursion zu radio NRW in Oberhausen.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Ulf Boes wird der Erstsemesterkurs vor Ort von Ina Pfuhler, der Beauftragten für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, empfangen. Sie erläutert zum Einstieg bei Gebäck und Getränken die zentralen Strukturen des Unternehmens und beantwortet auch die spezifischen Fragen der Studierenden. Pfuhler erläutert radio NRW als dienstleistenden Rahmenprogrammanbieter, der im Hintergrund fungiert. 
Insgesamt beliefert radio NRW 45 lokale, in NRW ansässige, Radiosender mit eigens produzierten Sendestrecken, dieses sogenannte Rahmenprogramm schließt nahtlos und für den Hörer unbemerkt an die jeweiligen Programme der lokalen Sender an.

Die anschließende Führung durch die Räumlichkeiten von radio NRW findet ihren ersten Halt am „Tagesdesk“, dem Raum, in dem die relevanten, zumeist tagesaktuellen Themen von Mitgliedern einer jeden Redaktion diskutiert werden, um eine möglichst vielseitige und auch ‚kreative‘ Berichterstattung einer Thematik zu gewährleisten.

Im nächsten Schritt wird es den Studierenden ermöglicht, eines der beiden gegenüberliegenden Sendestudios von radio NRW zu besichtigen. In einem langen und angeregten Gespräch mit Moderator Tobias Häußler berichtet dieser mit sehr viel Begeisterung über die Tätigkeiten eines Radiomoderators, seinen persönlichen Werdegang sowie die Chancen und Gefahren des Berufes.

Als seine Hauptaufgabe sieht Häußler das ‚Ausrechnen‘ des Programms, also das Zusammenfügen von Musik und redaktionellen Beiträgen mittels eines stilisiert dargestellten Computerpultes.

Die Moderationskarriere von Häußler selbst begann sehr früh: Nach einem Schülerpraktikum bei einem Lokalsender bekommt er bereits mit 16 Jahren die Chance zu ersten eigenständigen Radiomoderationen. Am Medium Radio fasziniert den Moderator besonders, dass man „mehr mit den Gefühlen und Emotionen der Menschen spielen kann“, da sich beim Rezipienten „alles im Kopf abspielt“. Zu viel Souveränität am Mikrofon berge aber auch die Gefahr von Kreativitätsverlust in sich. Alles in allem bezeichnet Häußler die Arbeit mit dem Radio als seinen „Traumjob“.

Mit den Worten „Bei uns geht es darum, die Hörer zum Lachen zu bringen“ wird die Gruppe von Jürgen Bangert in der Comedyredaktion von radio NRW begrüßt. Mit seiner humorvollen Art berichtet Bangert über seinen Berufsalltag und bringt die Gruppe mit zahlreichen Anekdoten und gekonnten Imitationen bekannter Persönlichkeiten zum Lachen.

Einige Türen weiter in der Musikredaktion steht die Musikplanung im Vordergrund: Musikredakteur Stephan Erbe erläutert, wie bei radio NRW mittels einer Planungssoftware die Reihenfolge der Musikstücke so arrangiert wird, dass durch eine Mischung von Erscheinungsjahr, Musikrichtung, Geschlecht des Künstlers und Geschwindigkeit der Musik ein Mix entsteht, der möglichst abwechslungsreich ist. Diese Listen mit der Reihenfolge der Lieder werden bewusst erst 48 Stunden vor Ausstrahlung erstellt: So wird stets die Anpassung der Musik an aktuelle Geschehnisse und Meldungen gewährleistet.

Letzte Station des Rundgangs ist das Produktionsstudio von radio NRW. Holger Bogdan, Producer in der Abteilung Technik, zeigt am Mischpult, wie beispielsweise individuelle Soundelemente für jeden einzelnen Lokalsender produziert werden, aber auch, wie „Gänsehautfaktor“ entsteht: Denn das moderne Studio-System ermöglicht das Einfangen der authentischen Atmosphäre von live dargebotenen Akkustiksongs ebenso, wie das Schaffen einer passenden Atmo für beispielsweise Comedystrecken durch Elemente aus dem großen Geräuschearchiv. 

Insgesamt präsentierte sich radio NRW den Studierenden der MEDIADESIGN Hochschule als ein sehr vielseitiges und spannendes Medium und ermöglichte den angehenden Medien- und Kommunikationsmanagern einen realistischen Einblick in ein potenzielles zukünftiges Berufsfeld.

Fotograf: Marcus Erlemann

 
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